Geschichte

Chronologie: RIAS BERLIN und die RIAS BERLIN KOMMISSION

7. February 1946
Unter amerikanischer Verwaltung geht der DIAS (Drahtfunk im amerikanischen Sektor), wenig später bekannt als RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) auf Sendung

1. Oktober 1950
Beginn der Ausstrahlung auf UKW

1. November 1953
Einführung des 2. RlAS-Programmes

22. August 1988
RIAS TV startet sein Programm auf Kanal 25

1. April 1992
Zusammenschluß von RIAS-TV und der Deutschen Welle. RIAS-TV sendet fortan als Deutsche Welle Auslandsfernsehen

19. Mai 1992
Deutsch-Amerikanisches Abkommen über die Gründung der RIAS BERLIN KOMMISSION unterzeichnet

1. Juni 1992
RIAS 2 wird privatisiert und sendet auf gleicher Frequenz weiter als r.s.2

26. Oktober 1992
Inkrafttreten des Abkommens über die RIAS BERLIN KOMMISSION

7. Dezember 1992
Erste Sitzung der RIAS BERLIN KOMMISSION im Rathaus Schöneberg

17. Juni 1993
Unterzeichnung des Hörfunk-Überleitungsstaatsvertrages zwischen Bund und Ländern in Berlin

Oktober/November 1993
Acht junge Journalisten besuchen die Vereinigten Staaten von Amerika als Teilnehmer des ersten Austauschprogrammes der RIAS BERLIN KOMMISSION

1. Januar 1994
Das Berliner Programm des DeutschlandRadios geht mit wesentlichen Anteilen des früheren RlAS-Programms auf Sendung


Geschichte und Aufgaben des RIAS BERLIN und der RIAS BERLIN KOMMISSION

Gegründet von der amerikanischen Regierung beginnt der spatere RIAS als „Drahtfunk im amerikanischen Sektor“ (DlAS) am 7. Februar 1946 seinen Sendebetrieb in einer zerstörten Stadt, einem zerstörten Land, dessen Zukunft noch vollkommen ungewiß ist.

Von der Blockade 1948/49 über den 17. Juni 1953, vom Chruschtschow-Ultimatum bis zum Mauerbau, vom Kennedy-Besuch uber das erste Passierscheinabkommen bis zum 9. November 1989: RIAS BERLIN ist der Sender, der live vom Ort des Geschehens berichtet.

RIAS BERLIN stand als Sender in der geteilten Stadt stets im Brennpunkt des Ost-West-Konflikts, lief dennoch dabei nie Gefahr, zum Propagandasender zu werden, sondern blieb stets der Tradition eines nuchternen, harten, kritischen und aktuellen amerikanischen Journalismus verpflichtet. So zeichnete den Sender eines aus: Seine Glaubwürdigkeit. Aus der Wiedervereinigung und dem Fortfall des besonderen Status Berlins ergab sich die Notwendigkeit, den Sender — noch in amerikanischer Trägerschaft – in die deutsche Rundfunklandschaft zu überführen und auf eine neue Rechts- und Finanzgrundlage zu stellen. Das geschah aufgrund des Hörfunküberleitungsstaatsvertrages vom 17. Juni 1993 bzw. dessen Ratifizierung durch das Rundfunkneuordnungsgesetz vom 20. Dezember 1993.

RIAS BERLIN, Deutschlandfunk und DS-Kultur bilden eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts, die als Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF zwei bundesweite Hörfunkprogramme veranstaltet. Sie hat ihren Sitz in Köln und Berlin. Beide Programme sind werbefrei und haben ihre Schwerpunkte in den Bereichen Information und Kultur. Seit 1. Januar 1994 sendet das DeutschlandRadio Berlin auf der ehemaligen RlAS-Frequenz UKW 89,6.

Am 19. Mai 1992 unterzeichnen der amerikanische Botschafter Robert M Kimmitt und Bundesinnenminister Rudolf Seiters das Abkommen uber die „Förderung der deutsch-amerikanischen Volkerverständigung im Rundfunkwesen und die Durchführung von Austauschprogrammen fur Rundfunkfachleute.“ Damit wurde die RIAS BERLIN KOMMISSION von der Bundesregierung und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegründet.

Am 7. Dezember 1992 traf sich die Kommission zum ersten Mal im Rathaus Schöneberg. Als erste Vorsitzende der RIAS BERLIN KOMMISSION wurde Mrs. Cynthia Miller gewählt, der ein Jahr später Frau Dr. Hildegard Boucsein nachfolgte. Das Abkommen sieht vor, daß der Bundesminister des Innern und der Leiter der diplomatischen Mission der Vereinigten Staaten Ehrenvorsitzende der Kommission sind. Am 1. August 1993 eröffnete die Kommission ihre Büroräume im RlAS-Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz in Berlin. Kommissionstreffen am 2. März 1993 und am 20. September 1993 in Berlin erarbeiteten das erste Jahresprogramm der RIAS BERLIN KOMMISSION.

Am 24. Oktober 1993 war es soweit: acht junge Journalisten aus Leipzig, Halle, Dresden und Berlin reisten im Rahmen des ersten Austauschprogramms der RIAS BERLIN KOMMISSION in die Vereinigten Staaten. Die RIAS BERLIN KOMMISSION hatte ihre Arbeit als „transatlantische Brücke im Rundfunkwesen“ begonnen.


31. Dezember 1993, 24:00 Uhr: Abschied vom RIAS BERLIN

Eine legendäre Stimme in der Berliner Rundfunklandschaft verstummt. RIAS BERLIN, gleichermaßen beliebt bei Hörern in Ost und West, wird zum DeutschlandRadio Berlin. RIAS BERLIN hatte seine Aufgabe als freie Stimme der freien Welt fast 48 Jahre lang mit Bravour erfüllt.

 

Nun hat die Geschichte diesen traditionsreichen Sender, der so viele unvergeßliche Talente und Sendungen hervorgebracht hatte, überlebt. Am 7. Februar 1946 unter amerikanischer Administration gegründet, bildet eine Feierstunde im Rathaus Schöneberg am 9. Februar 1994 den allerletzten offiziellen Schlußpunkt für einen Sender, dessen berühmtes Mikrofonlogo auf unzähligen historischen Fotos zu sehen ist.

„Der RIAS war nicht nur uns ehemaligen West-Berlinern ans Herz gewachsen, er war immer auch eine Stimme, die im Osten unserer Stadt und unseres Landes gern gehört und verstanden wurde,“ erklärte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen. „Die 47 Jahre dieser Stimme der freien Welt sind unverwechselbar, ganz direkt mit der Nachkriegsgeschichte verbunden.“

Cynthia Miller, letzte RIAS-Beauftragte der US-Regierung und erste Vorsitzende der RIAS BERLIN KOMMISSION, äußerte die Hoffnung, daß der RIAS als Wahrzeichen Berlins in Erinnerung bleibt. Die ehemaligen Mitarbeiter rief sie auf, nicht zu sehr über das Ende des RIAS zu trauern, sondern sich über den Erfolg des Senders zu freuen.

Und der Name RIAS wird weiterbestehen! Dafür hatten die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigten Staaten von Amerika bereits im Jahre 1992 mit dem Abkommen zur Gründung der RIAS BERLIN KOMMISSION gesorgt. Die Kommission soll die Tradition der deutsch-amerikanischen Kooperation im Rundfunk weiter fortsetzen, soll als neue Tradition im transatlantischen Mediendialog Begegnungen und Verbindungen zwischen Rundfunkjournalisten auf beiden Seiten des Ozeans ermöglichen.


Der traditionsreiche RIAS BERLIN-Schriftzug
und das daraus hergeleitete Logo der RIAS BERLIN KOMMISSION.


Im Herbst 1993 begann das Büro der RIAS BERLIN KOMMISSION, das im RIAS-Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz ein ideales Domizil gefunden hatte, seine Aktivitäten in den Bereichen

  • deutsch-amerikanische Austauschprogramme für Rundfunkjournalisten,
  • Produktionszuschüsse für Radio- und Fernsehsendungen, die zum besseren Kennenlernen und Verstehen der Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland beitragen,
  • Ausschreibung eines jährlichen Radio- und Fernsehpreises für herausragende Beiträge auf diesem Gebiet.

Gemäß dem Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über die Förderung der deutsch-amerikanischen Völkerverständigung im Rundfunkwesen und die Durchführung von Austauschprogrammen für Rundfunkfachleute schenkt die Kommission dabei jenen Maßnahmen und Produktionen besonderes Augenmerk, die in der Tradition des RIAS den besonderen Bedingungen und Erfordernissen der Länder Rechnung tragen, die ehemals die Deutsche Demokratische Republik bildeten.