
Danae Bucci, WCVB, Boston, Massachusetts
Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass die Teilnahme am Programm der RIAS Berlin Kommission mein Leben und meinen Blick auf meinen Beruf nachhaltig verändert hat. Im journalistischen Alltag bleibt nur selten Zeit, innezuhalten und die eigene Arbeit zu reflektieren. Dieses Programm hat mir genau diese Möglichkeit gegeben – und zugleich meinen Blick auf Deutschland, Belgien und die enorme Bedeutung starker transatlantischer Beziehungen erweitert. Die Begegnungen mit führenden Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Gesellschaft vermittelten uns wertvolle Einblicke darin, wie historische Entwicklungen die heutige Geopolitik prägen. Gleichzeitig konnten wir erleben, wie deutsche Medienhäuser dem Wandel der Medienlandschaft begegnen – mit innovativen Strategien, neuen digitalen Formaten und einer starken Präsenz in den sozialen Medien. Besonders bewegend waren die persönlichen Begegnungen mit Zeitzeugen der Geschichte. Der Besuch der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in Dresden mit dem ehemaligen politischen Gefangenen Peter Keup wird mich ein Leben lang begleiten. Seine Offenheit und die Bereitschaft, seine Geschichte mit uns zu teilen, haben mich tief beeindruckt. Dieses außergewöhnliche Programm hat meinen Blick auf das Zusammenspiel von Journalismus, Geschichte und Kultur grundlegend verändert. Ich kehre mit neuer Leidenschaft für meinen Beruf zurück und bin überzeugt, dass meine künftige Berichterstattung durch diese Erfahrungen nachhaltig bereichert wird. Was mich während des Programms vielleicht am meisten überrascht hat, sind die außergewöhnlichen Begegnungen und persönlichen Verbindungen, die daraus entstanden sind. Wie groß die Strahlkraft des RIAS-Netzwerks ist, zeigte sich daran, dass sich so viele Alumni und Partner trotz voller Terminkalender Zeit nahmen, unsere Gruppe zu treffen – darunter auch Claus Kleber, einer der profiliertesten deutschen Journalisten. Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass ich in unserer Gruppe Freunde fürs Leben gefunden habe. Mein herzlicher Dank gilt Christoph, Christina und Pam, die dieses außergewöhnliche Programm mit großem Engagement gestalten, diese bereichernde Erfahrung möglich machen und das Vermächtnis von RIAS mit so viel Leidenschaft weiterführen.

Alina Selyukh, NPR, Washington, DC.
Seit unserer Rückkehr vom RIAS-Journalistenprogramm in Deutschland und Brüssel habe ich meinen Freunden und Kollegen wahrscheinlich schon unzählige Male von den Erfahrungen während dieser Reise erzählt. Ich habe ihnen von den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und den USA berichtet – von den Finanzierungsmodellen, der starken Publikumsbindung, den unterschiedlichen Strukturen der Berichterstattung und den Strategien, mit denen insbesondere jüngere Zielgruppen erreicht werden sollen. Ich habe von meinen Station Days beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt erzählt, wo wir stundenlang über Wirtschafts-Podcasts sowie Audio- und Videoformate diskutiert haben – Themen, die für meine tägliche Arbeit von großer Bedeutung sind. Ebenso habe ich von unseren Besuchen bei Thinktanks, der NATO, der US-Botschaft, der Berliner Mauer, Holocaust-Gedenkstätten, Museen und Parks berichtet. Besonders eindrücklich bleibt für mich der Besuch der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in Dresden mit dem früheren politischen Gefangenen Peter Keup. Seine Geschichte – die wir sowohl während der Führung als auch beim anschließenden gemeinsamen Abendessen kennenlernen durften – wird mich ein Leben lang begleiten. Unterwegs habe ich nicht nur neue Kontakte zu Alumni und meinen Gastgebern während der Station Days geknüpft, sondern vor allem auch Freundschaften mit meiner großartigen Gruppe geschlossen. Ich vermisse unsere Gruppe jetzt schon! Mein herzlicher Dank gilt Christoph, Christina, Pam und der RIAS Berlin Kommission für die Organisation dieser unvergesslichen Erfahrung.

Taylor Galgano, CNN, New York, New York
Die Teilnahme am RIAS Journalistenprogramm war eine einmalige Erfahrung, die ich niemals vergessen werde. Vor allem hat mich das Programm dazu ermutigt, meine Komfortzone zu verlassen. Jeden Tag lernte ich neue Menschen kennen, und ich war beeindruckt, wie schnell sich daraus offene, ehrliche und tiefgehende Gespräche mit Journalisten aus ganz Deutschland und Belgien entwickelten. Gleichzeitig habe ich unglaublich viel von den US-amerikanischen Kollegen in meiner Gruppe gelernt, die bei jedem Programmpunkt hervorragend vorbereitet waren und mit klugen, fundierten Fragen zu den Diskussionen beitrugen. Ich freue mich sehr, nun Teil eines Netzwerks solch engagierter und talentierter Journalisten in den USA zu sein. Während unserer Reise durch sechs Städte habe ich mein Wissen über Deutschlands bewegte Geschichte erheblich vertieft und ein viel besseres Verständnis dafür gewonnen, wie sich das Land mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Besonders eindrücklich bleibt für mich der Besuch der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in Dresden mit dem früheren politischen Gefangenen Peter Keup, der dort festgehalten wurde, nachdem er versucht hatte, aus der DDR zu fliehen. Seine bewegende Geschichte wird mich ein Leben lang begleiten. Ebenso nachhaltig hat mich der Besuch der Gedenkstätte Topf & Söhne in Erfurt beeindruckt – ein verstörender und erschütternder Ort, über den ich noch lange nachdenken werde. Während meiner Station Days beim NDR in Hamburg erhielt ich spannende Einblicke in die Redaktionskonferenzen der Tagesschau und konnte mich mit den Journalisten über ihre Arbeitsabläufe austauschen. Die Einblicke und Anregungen aus diesen Gesprächen werden mich in meiner weiteren journalistischen Arbeit begleiten. Der Einblick in die Arbeit der Tagesschau und weiterer deutscher Redaktionen war ausgesprochen faszinierend, weil ich ihre journalistischen Arbeitsabläufe aus nächster Nähe kennenlernen konnte. Diese Erfahrungen haben mich daran erinnert, dass guter Journalismus – unabhängig davon, in welchem Land man arbeitet – überall denselben hohen Ansprüchen gerecht werden muss. Journalisten führen überall dieselben anspruchsvollen redaktionellen Diskussionen, um ihrem Publikum eine präzise, fundierte und verlässliche Berichterstattung zu bieten.

Harri Leigh, Spectrum News, Washington, DC.
Die Teilnahme am RIAS Journalistenprogramm hat sowohl meine beruflichen als auch meine persönlichen Beziehungen zu Journalisten, Vertretern der Zivilgesellschaft sowie zu Entscheidungsträgern in deutschen und europäischen Institutionen nachhaltig bereichert. Die außergewöhnlichen Einblicke, die wir bei regionalen Rundfunkanstalten, im Deutschen Bundestag, bei der NATO und der Europäischen Kommission erhielten, haben unser Verständnis der transatlantischen Beziehungen entscheidend vertieft. In einer Zeit sich wandelnder geopolitischer Rahmenbedingungen werden diese Erfahrungen meine journalistische Arbeit unmittelbar prägen. Besonders bereichernd waren meine Station Days im Hauptstadtstudio des Deutschlandfunks. Zu den Höhepunkten zählten die Teilnahme an einer Pressekonferenz der Bundespressekonferenz mit Vertretern der Bundesregierung sowie Interviews mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Ein tieferes Verständnis für die komplexe Geschichte Deutschlands gewann ich zudem beim Besuch der Gedenk- und Bildungsstätte Topf & Söhne in Erfurt – dem ehemaligen Unternehmen, das die Verbrennungsöfen für die nationalsozialistischen Vernichtungslager herstellte – sowie bei der Führung durch die ehemalige Stasi-Haftanstalt mit einem früheren politischen Gefangenen. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf das politische Umfeld Deutschlands nachhaltig geprägt. Dabei wurde mir auch bewusst, wie viele Parallelen es in mancher Hinsicht zu den Vereinigten Staaten gibt – unter anderem mit Blick auf den Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen. Die gemeinsamen Erlebnisse und die Beziehungen, die wir zu Journalisten aus Deutschland und den USA aufbauen konnten, werde ich stets in besonderer Erinnerung behalten. Dieses Programm ist eine große Bereicherung für den Journalismus. Es stärkt den fachlichen Austausch auf beiden Seiten des Atlantiks und ist eine klare Empfehlung für alle, die ihre internationalen und transatlantischen Perspektiven vertiefen möchten.

JD Capelouto, Semafor, New York, New York
Die Teilnahme am Programm der RIAS Berlin Kommission war eine außerordentlich bereichernde, informative und inspirierende Erfahrung. Während der zwei Wochen in Deutschland und Brüssel erhielt ich wertvolle Einblicke in die Funktionsweise der deutschen Medienlandschaft und des politischen Systems. Da ich in meiner Redaktion an der Entwicklung interner KI-Anwendungen arbeite, war es besonders spannend zu erfahren, wie deutsche Journalisten den Einsatz künstlicher Intelligenz bewerten und in ihren Redaktionen nutzen. Mein Eindruck war, dass sich auch deutsche Medienhäuser noch in einer Experimentierphase befinden. Gleichzeitig werden einige Anwendungen – insbesondere für Übersetzungen und Transkriptionen – bereits erfolgreich im journalistischen Alltag eingesetzt. Ebenso bereichernd wie die Besuche in den Redaktionen war der intensive Austausch mit anderen Journalisten über zwei Wochen hinweg. Wir sprachen über unsere Arbeitsweisen, die Herausforderungen unserer Branche sowie über Themen wie soziale Medien, künstliche Intelligenz und die zunehmende Fragmentierung der Mediennutzung. Der Austausch über die beruflichen Erfahrungen meiner Kollegen und ihre unterschiedlichen Perspektiven war ebenso inspirierend wie bereichernd. Ich freue mich darauf, mit meiner Gruppe in Kontakt zu bleiben und auch künftig weitere RIAS-Alumni in den USA kennenzulernen. Auch die kulturellen Programmpunkte – darunter Museumsbesuche und historische Gedenkstätten – haben mich nachhaltig beeindruckt. Als deutsch-amerikanischer Staatsbürger war ich überzeugt, die deutsche Geschichte bereits gut zu kennen. Dennoch haben mich viele dieser Orte überrascht und mein Verständnis der jüngeren deutschen Geschichte vertieft. Vom Besuch der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in Dresden bis zu den unterirdischen Luftschutzbunkern in Berlin, die ich gemeinsam mit meinem Gastgeber während meiner Station Days bei RTL besuchte, gewann ich neue Perspektiven auf die deutsche Geschichte und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart.

Na'Keevia Brown-Poole, CNN, Atlanta, Georgia
Zwei Wochen lang durfte ich den Redaktionsalltag hinter mir lassen und Journalismus aus einer völlig neuen Perspektive erleben. Als eine von zwölf US-amerikanischen Journalisten, die in diesem Sommer für das RIAS Journalistenprogramm ausgewählt wurden, führte mich das Programm durch sechs Städte von München bis nach Brüssel. Während des Programms besuchten wir zahlreiche deutsche Medienhäuser, Denkfabriken und Stiftungen – darunter öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten ebenso wie private Medienunternehmen. Dabei lernten wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen deutschen und US-amerikanischen Redaktionen kennen. Wir nahmen an Redaktionskonferenzen teil, besichtigten Fernseh- und Radiostudios und tauschten uns mit deutschen Journalisten über redaktionelle Unabhängigkeit, das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Herausforderungen der Berichterstattung in einer zunehmend digitalen Medienwelt aus. So erhielten wir einen unmittelbaren Einblick in das Zusammenspiel von Journalismus und Demokratie – weit über das hinaus, was Schlagzeilen vermitteln können. Zu den eindrucksvollsten Momenten gehörten jedoch die Erfahrungen außerhalb der Redaktionen. In Dresden begegneten wir Peter Keup, der als politischer Häftling in einer Stasi-Haftanstalt einsaß. Er erzählte uns seine Geschichte nicht einfach – er machte sie für uns auf eindrucksvolle Weise erlebbar. Besonders in Erinnerung bleibt mir auch Köln, wo mich mein Gastgeber herzlich aufnahm und mir die Stadt aus der Perspektive eines Einheimischen näherbrachte. Gemeinsam erkundeten wir Köln mit dem Fahrrad, entdeckten verschiedene Stadtviertel und besuchten einen Wochenmarkt. So lernte ich Deutschland auf eine Weise kennen, die den meisten Besuchern verborgen bleibt. Den Abschluss des Programms bildete unser Aufenthalt in Brüssel mit Besuchen des NATO-Hauptquartiers und der Europäischen Kommission. Dort gewannen wir ein tieferes Verständnis dafür, wie internationale Bündnisse und politische Entscheidungsprozesse die globale Sicherheit und Zusammenarbeit prägen. So beeindruckend die Orte auch waren, die wir besuchten – die prägendsten Eindrücke hinterließen die Menschen. Ich hatte das Privileg, diese zwei Wochen gemeinsam mit elf außergewöhnlich talentierten Journalisten aus den Vereinigten Staaten zu verbringen. Zwischen Redaktionsbesuchen, unzähligen Zugfahrten und langen Gesprächen in Biergärten wurden aus Fremden Freunde. Mein herzlicher Dank gilt Christoph, Pam und Christina! Dieses Programm hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass Journalismus weltweit auf unterschiedliche Weise praktiziert wird, sein Ziel jedoch dasselbe bleibt: zu informieren, nach Wahrheit zu streben und Menschen dabei zu helfen, einander besser zu verstehen. Diese Erfahrung hat mich als Journalistin geprägt, meinen Blick für Geschichten geschärft und meine Neugier auf die Welt weiter wachsen lassen.

Erika Jackson, WSOC Charlotte, North Carolina
Schon in der Schulzeit beschäftigen sich Amerikaner intensiv mit Geschichte. Doch Geschichte entsteht nicht nur in der Vergangenheit – sie wird auch heute geschrieben. Meine Teilnahme am RIAS Journalistenprogramm hat mir gezeigt, wie deutsche Medien über bedeutende Ereignisse berichten, die eines Tages Teil der Geschichtsbücher sein werden – und dabei Entwicklungen dokumentieren, die von den Herausforderungen der Deutschen Bahn bis hin zur Geschichte eines gestrandeten Wals, der landesweit für Kontroversen sorgte, reichen. Ich werde nach North Carolina mit vielen neuen Eindrücken zurückkehren – mit einem geschärften Blick auf die Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Medienlandschaft sowie mit zahlreichen Anregungen für meine eigene journalistische Arbeit. Gerade in einer Zeit, in der den öffentlich-rechtlichen Medien in den Vereinigten Staaten weitere Finanzierungskürzungen drohen, war es ermutigend zu erleben, wie erfolgreich und innovativ öffentlich finanzierte Medien in Deutschland arbeiten. Viele der von uns besuchten Sender setzen soziale Medien gezielt ein, um ihr Publikum zu erreichen und auf veränderte Mediennutzungsgewohnheiten zu reagieren. Besonders beeindruckt hat mich das innovative Storytelling der News-WG des Bayerischen Rundfunks. Einige dieser Ansätze würde ich gerne in meine eigene journalistische Arbeit übernehmen, um Geschichten für das Publikum in Charlotte, North Carolina, auf neue und zeitgemäße Weise zu erzählen. Zu Beginn des Programms erwartete ich, auf europäische Nachrichtenredaktionen zu treffen, die mit den Herausforderungen neuer Technologien und rückläufiger Zuschauerzahlen zu kämpfen haben. Umso erfreulicher war es festzustellen, dass sich diese Annahme nicht bestätigt hat. Deutsche Medienhäuser haben überzeugende Wege gefunden, ihre Inhalte an die veränderten Mediengewohnheiten ihres Publikums anzupassen, und arbeiten eng zusammen, um über die wichtigsten Ereignisse in Europa schnell, verlässlich und präzise zu berichten. Durch das RIAS-Programm habe ich ein deutlich tieferes Verständnis für die europäische Politik und die deutsche Medienlandschaft gewonnen – Erkenntnisse, die weit über das hinausgehen, was die meisten Amerikaner aus Lehrbüchern erfahren können. Ich freue mich darauf, das Gelernte in meine journalistische Arbeit in Charlotte einfließen zu lassen. Ich hoffe, eines Tages nach Europa zurückzukehren – mit einer noch größeren Wertschätzung für die vielfältige und erfolgreiche deutsche Medienlandschaft.

Victoria Holmes, The Dispatch, Washington, DC.
Zu Beginn des Programms wusste ich nicht, was mich in München erwarten würde – abgesehen von dem gut gemeinten Hinweis: „stell dich darauf ein, viel zu laufen“. Nach zwei intensiven Wochen weiß ich, warum sich diese Erfahrung kaum in Worte fassen lässt. Das Programm führte uns mit zahlreichen Journalisten ins Gespräch – über den Wandel des Fernsehjournalismus, den Einfluss sozialer Medien auf die Branche und die wachsenden Herausforderungen für die Pressefreiheit. Was mich jedoch am meisten überraschte, war seine außergewöhnliche historische Dimension. Besonders eindrucksvoll war für mich die Begegnung mit Peter Keup, einem früheren politischen Gefangenen der Staatssicherheit. Er führte uns durch das Stasi-Gefängnis in Dresden, in dem er selbst inhaftiert gewesen war. Sein persönlicher Bericht ließ die Geschichte auf eindrucksvolle Weise lebendig werden und machte deutlich, wie wichtig der Schutz demokratischer Institutionen ist. Zugleich führte er mir die entscheidende Rolle des Journalismus vor Augen – sei es, wenn Medienschaffende Missstände nicht mehr kritisch hinterfragen, oder wenn sie dazu beitragen, Machtmissbrauch ans Licht zu bringen. Aus journalistischer Sicht zählten die Station Days zu den Höhepunkten des Programms. Dabei durfte ich einen Journalisten von RTL bei seiner Arbeit begleiten. Besonders spannend war für mich zu erfahren, wie sein Team KI-generierte und manipulierte Bilder identifiziert. Darüber hinaus erhielt ich eine praktische Einführung in die Werkzeuge, mit denen sich solche Inhalte erkennen lassen. Die vielen Eindrücke und Erkenntnisse dieser Reise wirken noch immer nach. Sie war eine außerordentlich bereichernde Erfahrung, und ich bin überzeugt, dass die Lehren, Gespräche und Begegnungen dieser beiden Wochen meine Arbeit als Journalistin noch lange prägen werden.

Joe Millitzer, KTVI/KPLR, St. Louis, Missouri
Das RIAS Programm zählt zu den prägendsten Erfahrungen meiner beruflichen Laufbahn. Zwei Wochen lang reisten wir mit einem ehemaligen Kriegsberichterstatter durch Deutschland und Belgien, der uns als Reisebegleiter, Lehrer und Historiker zur Seite stand. Er vermittelte uns nicht nur ein Verständnis für die Orte, die wir besuchten, sondern auch für die historischen Ereignisse, die sie geprägt haben. Wir besichtigten Holocaust-Gedenkstätten, erhielten Einblicke in das heutige jüdische Leben in Deutschland und besuchten gemeinsam mit einem ehemaligen politischen Gefangenen ein früheres Stasi-Gefängnis, in dem er selbst inhaftiert gewesen war. Diese Erfahrungen werden mich ein Leben lang begleiten. Darüber hinaus erhielten wir Einblicke in Nachrichtenredaktionen, Fernseh- und Radiostudios sowie internationale Organisationen. Im Austausch mit Journalisten sowie Medienverantwortlichen aus ganz Europa wurde deutlich, dass wir trotz unterschiedlicher Sprachen und Mediensysteme vor ähnlichen Herausforderungen stehen: Vertrauen in die Medien zu bewahren, mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten und ein sich veränderndes Publikum zu erreichen. Zu den Höhepunkten des Programms gehörte für mich ein Arbeitstag bei der Deutschen Presse-Agentur. Es war ein besonderes Privileg, die Journalisten der dpa bei ihrer Arbeit zu begleiten und aus nächster Nähe zu erleben, wie Nachrichten für ein internationales Publikum recherchiert, redigiert und verifiziert werden. Ebenso wertvoll waren die Begegnungen und Beziehungen, die während des Programms entstanden sind. Ich hoffe, dass die daraus gewachsenen beruflichen Kontakte und Freundschaften mich noch viele Jahre begleiten werden. Ich bin außerordentlich dankbar, Teil des RIAS Programms gewesen zu sein, und freue mich darauf, die dabei gewonnenen Erfahrungen in meiner weiteren journalistischen Laufbahn einzubringen.

Paulina Smolinski, CBS, New York, New York
Durch das Programm der RIAS Berlin Kommission konnte ich mein Verständnis der deutsch-amerikanischen transatlantischen Partnerschaft vertiefen. In Gesprächen mit führenden politischen Entscheidungsträgern sowie Journalisten in Deutschland und Brüssel diskutierten wir die Herausforderungen, vor denen die NATO, die Europäische Union und der Journalismus stehen. Über den kulturellen Austausch hinaus bot das Programm Raum, innezuhalten und sich auf die Gründe zu besinnen, die uns ursprünglich zum Journalismus geführt haben. Es ermöglichte uns, den Blick über den journalistischen Alltag hinaus zu richten und die Entwicklungen der Branche, unsere eigene Rolle darin sowie die Herausforderungen der Zukunft aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Herausforderungen, vor denen der Journalismus steht, sind hinlänglich bekannt. Doch ebenso spürbar ist die Überzeugung, dass sich dieser Beruf lohnt – dass sich zwar die Formen des Journalismus wandeln, sein Kern jedoch derselbe bleibt. Diese Zuversicht verbindet beide Seiten des Atlantiks.

Pete Madden, ABC, New York, New York
An meine Zeit mit der RIAS Berlin Kommission werde ich mich noch lange erinnern. Ich werde mich daran erinnern, wie wir die Zentren der Macht in Europa besucht haben – von der Bundespressekonferenz über das NATO-Hauptquartier bis hin zur Europäischen Kommission. Ich werde mich an das Gefühl erinnern, durch die Geschichte zu gehen, als wären die starren Figuren aus meinen Schulbüchern lebendig geworden und aus ihren Seiten herausgetreten. Und ich werde mich daran erinnern, dass deutsche Redaktionen deutlich ruhigere Arbeitsorte sind als ihre amerikanischen Pendants. Während meiner Station Days wurde ich mehr als einmal – höflich, aber bestimmt – gebeten, mich etwas leiser zu verhalten. Am stärksten werden mir jedoch die Gespräche während des Programms in Erinnerung bleiben. Meine amerikanischen Kollegen berichteten von einer Zeit großer Herausforderungen – sowohl für den Journalismus als auch für ihr Land. Unsere deutschen Gastgeber erzählten von ihrer Widerstandskraft angesichts der allzu vertrauten Herausforderung, über Bewegungen zu berichten, die den freien Journalismus selbst infrage stellen. Und unser Guide Christoph berichtete davon, wie er sein Leben riskierte, um die Berliner Mauer zu überwinden – eine Geschichte, die zugleich von der Bedeutung unseres Berufs erzählt und eindringlich vor Augen führt, was auf dem Spiel steht.

Danyelle Khmara, freiberufliche Journalistin, Tucson, Arizona
Auf der Busfahrt nach unserem Besuch bei der Europäischen Kommission stellten wir alle dasselbe fest: Die Verantwortlichen bei der täglichen Mittags-Pressekonferenz hatten auf keine der Fragen der Journalisten eine wirkliche Antwort gegeben. Diese Erfahrung kam unserer Gruppe aus zwölf RIAS Journalisten nur allzu bekannt vor. In diesem Moment wurde uns erneut bewusst, wie wichtig unsere Arbeit ist – der Wahrheit nachzugehen, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen und die Öffentlichkeit verlässlich zu informieren. Ich habe oft das Gefühl, dass mich niemand so gut versteht wie eine Gruppe von Journalisten – und während des RIAS Programms im Sommer 2026 hat sich dieses Gefühl eindrucksvoll bestätigt. Die Begegnungen mit Journalisten in Deutschland, darunter auch Medienschaffenden aus aller Welt beim internationalen Sender DW in Bonn, haben mir erneut vor Augen geführt, warum wir diesen Beruf ausüben. Die Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland – von seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg über seinen Auftrag, unabhängig, sachlich und ausgewogen zu informieren, bis hin zu den aktuellen politischen Angriffen auf seine Finanzierung – hat uns als Journalisten aus den USA tief beeindruckt. Die Gespräche mit Journalisten bei Sendern wie der DW in Bonn, dem Bayerischen Rundfunk in München und RTL in Köln darüber, was sie dank öffentlicher Finanzierung oder innovativer Finanzierungsmodelle erreichen können, waren inspirierend und ermutigend. Die erfolgreiche Social-Media-Strategie der Afrika-Redaktion der DW, mit der sie junge Menschen in von Konflikten und autoritären Regimen geprägten Ländern erreicht, das Verifikationsteam von RTL, das Fotos und Videos überprüft, bevor sie veröffentlicht werden, sowie die zehn Millionen Zuschauer, die die ARD Abend für Abend erreicht, sind nur einige von vielen Beispielen, die ich während des RIAS Programms kennenlernen durfte. So wertvoll die Gespräche mit Journalisten auch waren – die unmittelbare Begegnung mit den Folgen von Autoritarismus und Krieg hat mir die Bedeutung unserer Arbeit noch eindringlicher vor Augen geführt. Das ehemalige Stasi-Gefängnis in Dresden zu besuchen und von dem früheren politischen Gefangenen Peter Keup aus erster Hand zu erfahren, wie sich die Haft unter dem DDR-Regime anfühlte, war eine zutiefst prägende Erfahrung. Ebenso bewegend war der Besuch des Hauses der Wannseekonferenz Berlin. An dem Ort zu stehen, an dem hochrangige Nationalsozialisten die Ermordung von elf Millionen Menschen planten, ließ Geschichte auf eine Weise lebendig werden, wie es kein Buch und kein Bildschirm je vermitteln könnten. Und die Gespräche mit Regierungsvertretern sowie die Erfahrung, dass Journalisten auch dort mit den vertrauten Herausforderungen konfrontiert sind, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, haben sowohl meine Leidenschaft für den Journalismus als auch meine Überzeugung gestärkt, dass eine weltweite Gemeinschaft von Journalisten eine freie Presse vor allem dadurch schützt, dass sie nicht aufhört, kritische Fragen zu stellen. Das RIAS Programm hat mein Verständnis für die Medienlandschaft in Deutschland und Europa nachhaltig vertieft. Gleichzeitig hat es mir neue Impulse gegeben, wie sich lokaler Journalismus in meiner Heimat stärken lässt, und mir Freundschaften sowie berufliche Kontakte ermöglicht, von denen ich hoffe, dass sie ein Leben lang Bestand haben werden – im gemeinsamen Einsatz für eine freie Presse.