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News & Events

13. Februar 2024

Helena Kane Finn wird Mitglied des Aufsichtsrats der RIAS Berlin Kommission

Helena Kann Finn, Karrierediplomatin im US-Außenministerium, ist wieder in den Aufsichtsrat der RIAS Berlin Kommission eingetreten. Von 2007 bis 2010 war Dr. Finn als Beraterin für öffentliche Angelegenheiten an der US-Botschaft in Berlin tätig und unterstützte RIAS als Vorsitzende und Co-vorsitzende des Aufsichtsrats. Als eine der fünf US-amerikanischen Kommissionsmitglieder der in Berlin ansässigen binationalen Organisation blieb sie bis 2020 im Aufsichtsrat und unterstützte häufig RIAS-Programme in New York. Von 2019 bis 2022 war sie Präsidentin des deutsch-amerikanischen akademischen Austauschgremiums DAAD/AA USA, davor hatte sie von 2010 bis 2017 das Amt der Vizepräsidentin des American Council on Germany mit Sitz in New York inne.

In ihrer drei Jahrzehnte währenden Laufbahn im Außenministerium arbeitete Dr. Finn auch als Beraterin für öffentliche Angelegenheiten in der US-Botschaft in Tel Aviv (2003-2007) und davor als stellvertretende Staatssekretärin für das Büro für Bildungs- und Kulturangelegenheiten (2000-2001), wo sie für den weltweiten akademischen, beruflichen und kulturellen Austausch des Außenministeriums, einschließlich des Fulbright- und des internationalen Besucherprogramms, verantwortlich war. Sie war auch als Beraterin für öffentliche Angelegenheiten an der US-Botschaft in Ankara, Türkei, an der US-Botschaft in Wien und als Referentin für öffentliche Angelegenheiten und Direktorin des Amerika Hauses in Frankfurt am Main tätig. Sie war als Referentin für Griechenland, die Türkei und Zypern tätig, nachdem sie in Lahore und Islamabad (Pakistan) für kulturelle Angelegenheiten zuständig war.

 


22. Januar 2024

Einsendeschluss für den RIAS Medienpreis Berlin am 31. Januar

Journalisten in Deutschland und den USA sind eingeladen, bis zum 31. Januar 2024 Beiträge für den RIAS-Medienpreis einzureichen. Dabei handelt es sich um einen transatlantischen Wettbewerb, bei dem amerikanische und deutsche Radio-, TV- und Online-Journalisten ihre besten Beiträge zu transatlantischen Themen einreichen können, die im Jahr 2023 ausgestrahlt werden – von politischen Kampagnen in den USA aus deutscher Sicht über die Auswirkungen der Klimakrise auf beide Länder bis hin zu interessanten Geschichten über jedes andere Thema mit transatlantischem Bezug. Auch RIAS-Alumni, die während ihres Programms oder kurz danach an einem Beitrag mit transatlanatischem Bezug gearbeitet haben, sind ebenfalls aufgerufen, ihre Beiträge in einer speziellen Kategorie „Fellow Award“ einzureichen.

Eine unabhängige Jury wird alle bis zum 31. Januar 2024 eingereichten Beiträge im Februar auswerten, und die Gewinner kurz darauf bekanntgeben

Die Preisträger in den Kategorien Radio, Fernsehen und Digital sind herzlich eingeladen an der feierlichen Preisverleihung am 3. Juni 2024 in Berlin teilzunehmen.

Hier finden Sie einen Link mit weiteren Informationen darüber, wie Sie Ihre Beiträge einreichen können. Bitte ermutigen Sie auch andere Journalisten, die Sie vielleicht kennen, sich zu bewerben – oder deren Arbeit Sie vielleicht gesehen oder gehört haben.

Die eingereichten Beiträge sollten:
– über Tages- und Routineberichterstattung hinausgehen
– den Dialog über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im transatlantischen Verhältnis fördern
– thematisch oder in der Ausführung hervorstechen
– sich kreativ mit neuen Fragen auseinandersetzen
– die Vielfalt der gesellschaftlichen Realität kritisch beleuchten und deutlich machen
– interessante Ideen für die transatlantische Debatte enthalten
– zum Nachdenken über Probleme und deren Lösungen anregen
– Klischees über Deutsche oder Amerikaner hinterfragen
– Trends im Alltag beschreiben, die von allgemeinem Interesse sind
– zur gegenseitigen Neugier und zum Verständnis beitragen
– demokratische und gesellschaftliche Werte stärken

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an info@riasberlin.org.


24. November 2023

Ausschreibung RIAS Medienpreis 2024

Die Gewinner des RIAS Medienpreises 2023
Die Gewinner des RIAS Medienpreises 2023

Nachdem Wolf Blitzer von CNN den RIAS Grand Prize 2023 gewann, eröffnet die RIAS Berlin Kommission erneut die Ausschreibung für den RIAS Medienpreis 2024 .

Der Gewinner des RIAS Grand Prize 2023 Wolf Blitzer mit seinem Pokal

Journalisten in Deutschland und den USA sind herzlich eingeladen, ihre Beiträge für den Wettbewerb einzureichen, die im Jahr 2023 ausgestrahlt wurden und die ein transatlantisches Thema oder eine globale Botschaft behandeln. Viele unserer jüngsten Preisträger haben durch Mundpropaganda vom RIAS-Medienpreis erfahren – darunter auch Wolf Blitzer.

Insgesamt werden Preisgelder von bis zu 10.000 EUR für außergewöhnliche Beiträge vergeben, die
im Jahr 2023 in den USA oder Deutschland ausgestrahlt wurden und auf ein breites Publikum ausgerichtet sind.

Der RIAS Fellow Preis wird an Journalisten verliehen, deren Beitrag während eines RIAS-Programms entstanden ist oder die durch ein RIAS Programm zu einem oder mehreren Beiträgen inspiriert wurden.

Der RIAS Medienpreis soll helfen, die Vielfalt im transatlantischen Dialog zu stärken und den deutsch-amerikanischen VerBeziehungen das Interesse aneinander zu vertiefen.

Der Einsendeschluss für die Beiträge ist der 31. Januar 2024

Die eingereichten Beiträge sollten:

– über Tages- und Routineberichterstattung hinausgehen
– den Dialog über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im transatlantischen Verhältnis fördern
– thematisch oder in der Ausführung hervorstechen
– sich kreativ mit neuen Fragen auseinandersetzen
– die Vielfalt der gesellschaftlichen Realität kritisch beleuchten und deutlich machen
– interessante Ideen für die transatlantische Debatte enthalten
– zum Nachdenken über Probleme und deren Lösungen anregen
– Klischees über Deutsche oder Amerikaner hinterfragen
– Trends im Alltag beschreiben, die von allgemeinem Interesse sind
– zur gegenseitigen Neugier und zum Verständnis beitragen
– demokratische und gesellschaftliche Werte stärken

Die jährliche Preisverleihung findet voraussichtlich am 3. Juni 2024 in Berlin statt.

Hier finden  Sie weitere Informationen zum RIAS Medienpreis.


3. November 2023

RIAS Alumni blicken auf ihre Woche in Los Angeles zurück

Dreiundzwanzig deutsche Alumni verbrachten eine Woche in Los Angeles, um sich über die kalifornische Politik, die nationale Politik und den Journalismus in den USA zu informieren. Das Programm umfasste Besuche bei NBC, NPR, ARD, KABC, KTLA und Treffen mit Journalisten aus LA. Darüber hinaus begegnete die Gruppe dem ehemaligen Gouverneur Pete Wilson und Richard Grenell, dem ehemaligen Botschafter der USA in Deutschland.

Damla Hekimoğlu, Hamburg

Los Angeles – die Welt der Schönen und Reichen. Doch dieses Bild bekommt aktuell Risse. Die große Kluft zwischen Arm und Reich – besorgniserregend. Kein Tag hätte besser dafür stehen können als der erste Tag des Trips. Angefangen in Skid Row, einem der gefährlichsten Orte Amerikas, rechts und links Zelte, in denen Menschen schlafen, dreckige Straßen, strenge Gerüchte derjenigen, die sich seit Wochen oder Monaten nicht waschen können. Hier leben circa 15.000 Obdachlose, einige von ihnen konsumieren harte Drogen. Gewalt gehört zum Alltag dazu – der Ort wurde, so sagt man es uns, von der Polizei aufgegeben. In Kontrast dazu – nur wenige Stunden später befanden wir uns in einem prächtiges Bürogebäude in Beverly Hills. Ein frischer Duft, wenn man den Eingangsbereich betritt, Samtsofas rechts und links, der Boden so sauber, dass man ihn ablecken könnte. Am glänzenden Marmortisch stand dann nicht das existenzielle, der Kampf ums Überleben wie in Skid Row im Fokus, sondern Fragen rund um die große Politik. Diese beiden Erfahrungen und Bilder im Kopf zusammenzubringen und zu verarbeiten – eine Herausforderung. Dabei halfen danach die privaten Gespräche mit Rias-Alumni, die Ähnliches empfunden haben. Und genau das ist es, was die Reise zusätzlich bereichert – neben all den spannenden Terminen mit großen Playern in LA sind es die vielschichtigen Blicke der Rias-Alumni, die den Horizont erweitern, zum Nachdenken anregen, inspirieren. Denn wir sehen: Hollywood zeigt Risse. Das Hollywood Museum – immer noch hochspannend, aber auch etwas aus der Zeit gefallen, die Walk of Fame immer noch beeindruckend – aber auch nicht mehr ganz aktuell in einer Zeit, in der manch Social Media Influencer mehr Aufmerksamkeit bekommt als die klassischen Hollywoodgrößen. Dass es Risse gibt konnte man auch live miterleben auf dem Weg zu MSNBC, wenige Meter von Disney und Netflix entfernt – Menschen, die mit Plakaten herumliefen und Parolen skandierten. Schauspielerinnen und Schauspieler der Gewerkschaft SAG-AFTRA streiken seit Monaten für eine bessere Entlohnung, für mehr Drehbudgets – und dagegen, dass Künstliche Intelligenz sie in Zukunft ersetzt. Filme mit KI-Versionen von Schauspielern – die könnten in Zukunft Realität sein. Der Text hier könnte jetzt schon KI-generiert sein und eine Reise nach Los Angeles – die könnte man auch jetzt schon mit einer VR-Brille vom heimischen Sofa machen. Was jedoch – jedenfalls aktuell – bleiben wird, dass sind die echten Begegnungen, die wir hatten und die keine KI ersetzen kann. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

Gesa Eberl, Köln

Wie schafft man es, mit 25 deutschen Journalisten in einem Lokalsender live auf Sendung zu gehen? Die Amerikaner machen das einfach. Sie sind vor allem in den Medien Meister der Improvisation, der Schlagfertigkeit, des Entertainments! Und so standen wir bei einem Besuch von KTLA dank Moderatorin „Lu Parker“ einfach zum Ende der Sendung am Moderationstisch!   Zwischen Beverly Hills und Skidrow, neutralen politischen Analysten und republikanischen Hardlinern, zwischen streikenden Schauspielern und deutschen Kultur-Stipendiaten in Villa Aurora und dem Thomas Mann-Haus, zwischen Burgern und Tacos, zwischen Sandstrand und Hügeln – Eine Reise in eine Stadt voller Kontraste, die aber die Varianz, die Schönheit und die brutale Schattenseite des ganzen Landes und damit die Zerrissenheit repräsentiert.  Auch Los Angeles hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Glamour war damals, heute bleibt der rote Teppich leer.   Die RIAS Kommission hat uns eine Woche ermöglicht, die ihresgleichen sucht. Ohne die herzliche Unterstützung der US-Alumni hätten wir diesen intensiven Einblick in die MillionenMetropole aus all den verschiedenen Blickwinkeln nicht bekommen! Wie dankbar können wir sein, zu diesem Netzwerk dazuzugehören. Kollegen, die zu HerzensBegegnungen werden in den USA wie hierzulande. Danke an alle, die diese Reise mitorganisiert haben. Danke #riaskommission

 Anja Heyde, Berlin

Wir sitzen im Bus. In Los Angeles! Davor haben uns alle gewarnt. Es sei zu gefährlich. Nun ja, in erster Linie sind Fahrten im Bus in Los Angeles vor allem eins: lang. Alles braucht Zeit in L.A. Das ist das erste, was ich auf dieser Rias-Reise gelernt habe. Und das man mit dem Bus vom luxeriösesten Stadtteil in den Ärmsten fahren kann. Der 720 fährt von Beverly Hills bis nach Skid Row. Wir haben ihn mehrfach genommen, weil man die Extreme dieses Landes auf dieser einen Fahrt ermessen kann. Auch ohne auszusteigen. Aber wir sind oft ausgestiegen. Nicht nur in Skid row. Den wohl härtesten Termin unserer Rias-Reise. Zu sehen, wie ein kleines Team ohne staatliche Mittel versucht, die Obdachlosigkeit in L.A. zu bekämpfen, ist gleichzeitig beeindruckend und fürchterlich. Und wir sind ausgestiegen bei 7abc news, beim Bürgermeister von Beverly Hills, bei NBC, bei Garry South, einem politischen Strategen, am Wende-Museum und am Thomas Mann Haus. Wir waren Wanderer zwischen den Extremen. Zwischen dem California Lifestyle und Zeltstädten auf Bürgersteigen. Man hat uns Türen geöffnet, die uns Amerika wieder ein bisschen besser erklärt haben – mit all seinen Widersprüchen. Danke RIAS, für diese großartige Erfahrung!

Christian Wilp, Berlin

10.000 Kameras sorgen für vollste Transparenz. 10.000 Kameras an Ampeln, Gebäuden und Strommasten in einer Stadt mit 34.000 Einwohnern. Und die Bevölkerung, sagt der Polizeichef, unterstützt dieses China-Feeling im kalifornischen Beverly Hills uneingeschränkt. Die Probleme des Großraums Los Angeles, wie Kriminalität und Obdachlosigkeit, werden damit weitgehend ferngehalten, sind gleichwohl nicht aus der Welt geschafft. Zum Glück ist unsere Reisegruppe alles andere als kamerascheu. Die meisten Teilnehmer dieser RIAS-Alumni-Tour arbeiten vor oder hinter einer Kamera, insofern ist der Hotelstandort inmitten des Vorzeige-Örtchens mit dem wohlklingenden Namen perfekt gewählt. Vom Maison 140 aus, so nennt sich unsere Boutique-Herberge, wird der Kosmos LA ein Stück weit erkundet. Per Uber, Lyft, zu Fuß und, ganz verrückt, mit dem Bus oder sogar Fahrrad. Es geht direkt hinein in die Wildnis der Widersprüche. Nach Skid Row, wo tausende auf der Straße in Zelten kampieren. Ins mondäne Pacific Palisades zu den Residenzen der Feuchtwangers und Manns. Zu diversen Rundfunkstationen, die verzweifelt gegen Social Media anzusenden versuchen. Nach Hollywood, das definitiv bessere Tage gesehen hat. Und last but not least ins Kongresszentrum um die Ecke, wo die linken, rechten und mittigen Gesprächspartner die Spaltung des Landes anschaulich verdeutlichen. Kurzum: Eine Woche Druckbetankung mit Inhalten aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Und das alles unter der Flagge der RIAS-Berlin-Kommission. Ihr unermüdlicher wie unerschrockener Vertreter Erik Kirschbaum schafft es, dem trockenen Gerede von „der Förderung der transatlantischen Beziehungen“ pralles Leben einzuhauchen.

P.S.: Ganz sicher haben die Kameras auch das seltsame Bewegungsprofil des deutschen Trupps aufgezeichnet. Was die Officer wohl gedacht haben?

Susan Falkenstein, München

Mit dem Bus vom mondänen Beverly Hills in Straßen voller Obdachlosenzelte ins gefährliche Stadtviertel Skid Row. Solche Gegensätze boten sich auf der RIAS-Alumnireise nach Los Angeles. Wir tauschten uns mit Jürgen Klinsmann aus, dem Ex-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Er erklärte, warum sein neues südkoreanisches Team, kürzlich eine Partie verlor: Weil ein jüngerer Spieler traditionsbewusst einem Älteren nicht sagen wollte, was dieser falsch machte. Wir trafen US-Alumni, die uns vom RIAS-Spirit beseelt durch ihre Fernsehstationen NBC und KTLA führten. Die Begegnung mit dem Ex-US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, bleibt im Gedächtnis. In Trumpscher Manier zählte er angebliche Fakten auf: Corona sei eine Art Grippe und China habe einen ausgereiften Friedensplan für die Ukraine gehabt. Einsprüche von unserer Seite parierte er mit dem pauschalen Satz, alle deutschen Journalisten seien „Lefties“. Die USA, Los Angeles, ein Land, eine Stadt mit Gegensätzen, das nehme ich mit von dieser besonderen RIAS-Reise und die Erinnerung an die besonderen Journalisten, mit denen ich meine Erlebnisse teilen durfte. Vielen Dank, RIAS!

Andreas Büttner, Berlin

Nachdem ich letztes Jahr meine RIAS-Station Week in Los Angeles machen durfte, war mir klar: Ich möchte beim Alumni-Programm in diesem Jahr in L.A. unbedingt mit dabei sein. Zum einen, um meinen Host Frank Mottek wiederzusehen. Zum anderen, um mehr über diese faszinierende Stadt und ihre Menschen kennenzulernen. Welche Organisation schafft es bitte, in einer Woche Treffen mit dem ehemaligen Gouverneur Kaliforniens, der Obdachlosenhilfe in Skid Row, dem Bürgermeister von Beverly Hills, dem damaligen US-Botschafter in Deutschland und vielen Fernsehsendern auszurichten? Ich kann es euch sagen: Das schafft RIAS! Aber das, was dieses Alumni-Programm wirklich ausmacht, ist nicht das Wetter in Los Angeles. Es sind nicht nur die hochklassigen Treffen mit Politikern und Institutionen. Es ist vor allem: Dass man diese Erlebnisse mit so unglaublich tollen Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland teilen darf. Ich bin über jede neue Bekanntschaft unendlich dankbar und ziehe daraus so viel Kraft für meinen Beruf und mein Privatleben. Ich freue mich auf die Teilnahme an zukünftigen Alumni-Programmen. Diese Programme geben vielen Journalisten die Möglichkeit, diese unvergesslichen Reisen und beeindruckenden Menschen kennenzulernen.

Florian Sädler, Berlin

Die Idee, eine Handvoll früherer RIAS-Fellows über ein Alumni-Programm in die USA zu schicken, hat sich als voller Erfolg herausgestellt. Für mich gehören die Menschen und Verbindungen, die man über Rias zusammenbringt, zu dessen großen Stärken. Weil sich nur das Netzwerk über viele Städte verteilt – eigentlich sogar ganze Länder –, ist es normalerweise schwierig, allzu viele Alumni außerhalb seines üblichen Zirkels kennenzulernen. Unsere LA-Reise hat just das geschafft: Eine Reihe Alumni zusammenzubringen, die sich ohne diese einwöchige Reise nie so gut kennengelernt hätten. Die Termine waren dabei wie üblich bereichernd, man hat stets neue Erkenntnisse aus ihnen mitgenommen und dazu noch Ansätze für die eine oder andere Geschichte, die sonst wohl unerzählt geblieben wäre.
Ich glaube, dass RIAS-Reisen von grundlegender Bedeutung sind. Es gibt kaum einen besseren Weg, um die Verbindungen und Freundschaften innerhalb des Netzwerkes zu stärken – und das transatlantische gegenseitige Verständnis sowieso.

Annette Yang, Hamburg

Beverly Hills, 90210: Diese Serie machte Los Angeles zum Sehnsuchtsort. Nun sind wir mittendrin: 25 Journalisten in Hollywood. Wir erleben eine Stadt, die noch immer noch vom Glanz vergangener Tage lebt: Blätternder Putz an historischen Gebäuden, im Hollywood Museum scheint die Zeit stillzustehen, der noble Jonathan Club pflegt die alte Schule.Und wir treffen Menschen, die nach vorne blicken: Um Obdachlose von der Straße zu holen, die Stadt durch öffentlichen Nahverkehr zu verbinden, die Medienbranche in die Zukunft zu führen.Beverly Hills 2023: Ein Cliffhanger! Danke RIAS für diese Einblicke.

Theresa Greim, München

Sie werden das Gute, das Schlechte und das Hässliche von Los Angeles sehen. Dieses Versprechen, das uns bei unserer Ankunft gegeben wurde, wurde zu 100 % erfüllt. Es begann mit dem Guten: Unser Boutique-Hotel befand sich in Beverly Hills, umgeben von schönen und gepflegten Wohnhäusern, Villen und Restaurants, in denen Polizeibeamte gelegentlich Pizza für eine Wohltätigkeitsveranstaltung an die Bevölkerung verteilen. Gut aussehend und zuvorkommend, perfekt für ein Erinnerungsfoto. Einige nahmen sogar einen Drink auf dem Dach des Waldorf Astoria mit seiner fantastischen Aussicht // „All I wanna do is have some fun until the sun comes up on the Santa Monica Boulevard.“ (Sheryl Crow) // Das Schlechte und das Hässliche sind nur eine Busfahrt entfernt. Das Ausmaß der Obdachlosigkeit in L.A. wird nirgendwo deutlicher als in der Skid Row. Die Menschen leben in Zelten auf den vermüllten, stinkenden Bürgersteigen. Die Stadt scheint immer noch keine Lösung für die Drogen, die Gewalt und das ganze menschliche Elend zu haben. // „Wenigstens habe ich ihre Liebe, die Stadt, sie liebt des, einsam wie ich bin, zusammen weinen wir.“ (Red Hot Chili Peppers) // Neben dem Guten, dem Schlechten und dem Hässlichen wurde uns wieder einmal gezeigt, wie unglaublich wertvoll das Programm der Rias-Kommission ist. Es sind die exklusiven Termine mit interessanten Politikern wie Julian A. Gold, Bürgermeister von Beverly Hills, Strategen wie Garry South und Hollywood-Insidern wie Frank Fastner. Außerdem bekamen wir einen Einblick in die amerikanische Medienlandschaft, und einige schafften es sogar kurz in die Mittagsnachrichten von KTLA. Aber vor allem sind es die bereichernden Gespräche mit unseren amerikanischen Kollegen. Sie tragen dazu bei, eine Welt des Verständnisses zu schaffen. Diese eine Woche mit RIAS wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. // „Ich kann das Rhythmus-Spiel spüren. Die ganze Nacht lang. Ich denke, ich bleibe in L.A. und höre mir diesen Song an.“(B.B.King)

Julia Rubner, Dresden

Bus 720 bringt uns von reich nach arm, von Beverly Hills nach Skid Row. Die Fahrerin hält zu spät und so wandert ein Pulk deutscher Journalisten auffällig passabel gekleidet durch das Elend. Vorbei an Menschen, denen es ohne Zweifel nicht gut geht, vorbei an Zelten auf Gehwegen, vorbei an Einkaufswagen voller Habseligkeiten. Augenöffnender kann die Reise in einer Stadt der Extreme nicht beginnen. Wir lernen an diesem Tag Reverend Andy Bales kennen, den Chef der Union Rescue Mission, der versucht mit seinem Team das Leid etwas zu lindern. Es werden auf der Reise viele Begegnungen folgen. Wir treffen den Bürgermeister von Beverly Hills, Polizisten, politische Strategen und Analysten, Künstler*innen in der Villa Aurora und im Thomas-Mann-Haus. Kollegen öffnen uns die Türen bei NBC, NPR, KTLA, KABC und im ARD-Studio. Danke RIAS und unseren Gastgebern für diese großartige Alumni-Woche in L.A., danke für spannende Einblicke in die US-amerikanische Lebenswelt und vor allem danke für dieses einzigartige Kollegen-Netzwerk. Jede Begegnung mit Euch hat mich inspiriert und sie wird unvergessen bleiben. Wir sehen uns in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München – oder sogar in L.A., wer weiß. Und wenn ihr in Dresden seid, gebt Bescheid. Ihr seid herzlich willkommen. Immer.

Frauke Holzmeier, Köln

Los  Angeles – what a ride! Zwischen Kunst, Kultur, Politik und sozialen Gefällen. Es ist kaum zu glauben, wie viele unterschiedliche Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke in knapp eine Woche passen. Vielen Dank an alle, die diese Reise möglich gemacht haben! L.A. ist definitiv eine Stadt der Gegensätze. 50.000 Menschen leben hier auf der Straße.  Vor allem auf der Skid Row ist zu beobachten, was das für die Menschen bedeutet. Umso ermutigender zu sehen, welche wichtige Arbeit die Union Rescue Mission leistet, um möglichst vielen Menschen einen Weg zurück zu ebnen. Auf der anderen Seite das reiche, saubere Beverly Hills mit dem Glamour des alten Hollywoods. Die Polizei rüstet technologisch auf – 2.000 Kameras überwachen das Geschehen der 35.000 Einwohner Stadt. Alles für die Sicherheit! Und sicher fühlen kann man sich in Beverly Hills auf jeden Fall. Von Diskussionen u.a. mit dem ehemaligen US-Botschafter in Deutschland Richard Grenell, dem Bürgermeister von Beverly Hills bis hin zum RTL-Reporter Frank Fastner („Der Lack in Hollywood ist ab“ ) – die Unterschiedlichkeit der Gespräche war einfach super! Dazu viele Besuchen bei Fernsehsendern mit nochmals vielen guten Diskussionen und Eindrücken. Danke, Rias! Diese Erfahrungen sind einfach unbezahlbar!

Birgit Becker, Köln

Was mich am meisten beeindruckt hat bei meiner zweiten RIAS-Reise? Die so unterschiedlichen Menschen, die für die enorme Bandbreite in den USA stehen: wir haben erfolgreiche Menschen getroffen, Menschen auf dem Weg zum Erfolg, Menschen mit Hoffnungen  – und auch einige ohne jede Hoffnung. Im Elendsviertel Skid Row und in gediegenen Nachbarschaften in Pacific Palisades. Im Luxusquartier Beverly Hills und im bunten Venice am Muscle Beach. Viele von ihnen sind Einwanderer, haben in den USA eine neue Heimat gefunden: sie kamen aus Deutschland und vielen anderen Ländern, sind geflohen sind vor Hunger, Armut und politischer Verfolgung. Oder sie kamen und kommen, weil sie den amerikanischen Traum in Amerika, in Hollywood leben wollen. Für so viele waren und sind die USA ein Sehnsuchts- und ein Zufluchtsort. Aber nicht alle schaffen es, dort Fuß zu fassen. (Okay, Thomas Mann war kein ganz typischer Flüchtling, als er 1940 aus Europa in die USA kam, hatte er schon den Nobelpreis bekommen – und er hat die USA 1952 in der McCarthy-Ära wieder verlassen, als er verdächtig wurde ein gefährlicher Linker zu sein.) Wir haben inspirierende Menschen getroffen, die seit vielen Jahren erfolgreiche Morningshows  oder Abendsendungen moderieren und News im hart umkämpften US-TV-Markt produzieren. Menschen, die Trump glühend verehren, Menschen, die Hollywood-Größen wie Schwarzenegger nah sind, kluge Strategen der US-Politik, Menschen, die ihr Leben der Nächstenliebe gewidmet haben, ohne Rücksicht auf ihre eigene Gesundheit. Intellektuelle, Künstler:innen und die deutsche Generalkonsulin, die in Berlin erklären will, wie Amerikaner an der Westküste ticken. Und wir haben Putin gesehen, als Installation in einem verlassenen Checkpoint in Berlin – im Wende-Museum. Vor allem haben wir unglaublich freundliche und hilfsbereite Kollegen getroffen, die unermüdlich dafür gesorgt haben, dass wir RIAS-Leute gute Gesprächspartner und reflektierte Haltungen kennengelernt haben, und immer an den richtigen Fotos-Spots Halt gemacht haben. Herzlichen Dank allen, die diese Reise möglich gemacht haben! Sie alle haben bei mir für bleibende Eindrücke und ein tieferes Verständnis der USA und von Angelinos gesorgt. Was bleibt für mich? Der Vorsatz, Kontakt zu halten mit RIAS-Kolleg:innen in Deutschland – und Kolleg:innen aus den USA weiter zu zeigen, wie wir in Deutschland in den Medien arbeiten. Ich freue mich auf bekannte und neue Kolleg:innen in Köln und überall, wo wir uns treffen!

Marcel Grzyb, Köln

Los Angeles – Stadt der Engel und zerplatzten Träume, der Stars und der Verlorenen. Wohl nirgendwo sonst in der westlichen Welt liegen Glamour und bittere Realität so nah beieinander. Für uns Journalisten hat das RIAS-Programm einmal mehr einzigartige Gelegenheiten geboten: In Gesellschaft und Politik der US-Westküste einzutauchen, spannende Gesprächspartner zu treffen und tolle Kolleginnen und Kollegen aus den USA und Deutschland kennenzulernen. Wertvolle Erinnerungen und Kontakte die bleiben.

Lydia Leipert, München

Sonnen, Palmen, Beverly Hills. Klar, das Bild kennt man aus diversen Serien mit den unglücklich reichen Stars. Einen tiefen Blick in die weltberühmte Stadt, die Teil des LA Countys ist, konnten unserer RIAS Alumni-Gruppe werfen. Wie Menschen rund um den Rodeo Drive ticken, durften wir nicht nur mithilfe unseres großartigen Gastgebers Frank Mottek lernen, sondern zum Beispiel auch bei einem Info-Speeddating mit der Marketingchefin, einem gehobenen Polizeibeamten, einem Handelskammervertreter und dem Bürgermeister der Stadt selbst. Mit circa 32.000 Einwohnern hat Bevery Hills weniger als meine Heimatstadt Memmingen im Allgäu, aber natürlich eine ganz andere Stadtstruktur: dicht mit High-End-Hotels und teuren Boutiquen bepflastert, ist Beverly Hills eine „luxury city“, die sich nach Covid und weltweiten Konflikten versucht, neu zu erfinden. Doch dieser Termin nur ein Bruchteil des vielfältigen und spannenden Programms, das die deutschen Journalist:innen erleben durften. Und ganz nebenbei hat uns LA mit seiner Vielfalt gefangenen genommen:  Allein die schiere Fläche der Supermetropole war beeindruckend, aber dank Erik Kirschbaum scheuten wir nicht vor öffentlichen Transportmitteln zurück – ich konnte sogar mehrfach Fahrrad fahren (das ist der Moment, wo die Angelenos den Kopf schütteln, denn das für die Einwohner der Stadt völlig verrückt.) Danke, danke, danke an alle Alumnis, die mitorganisiert haben und natürlich an das gesamte Team von RIAS. Es war eine unvergessliche Woche.

Gregor Schmalzried, München

Los Angeles ist nicht nur als die Stadt der Engel bekannt, sondern auch als die Stadt der Träume: der Ort, an den man zieht, um große Sprünge zu machen und große Chancen zu nutzen. Auf unserer RIAS-Alumni-Reise nach Los Angeles hat sich dieses Versprechen bewahrheitet. Heutzutage haben die Träume in L.A. jedoch nur noch wenig mit dem Hollywood-Glamour von einst zu tun. Die Träume von Ruhm, Paparazzi und roten Teppichen sind verschwunden und haben den Träumen von der Startup-Welt, der KI-Revolution, dem Luxuseinzelhandel und wohlhabenden sozialen Kreisen Platz gemacht, die sich von den Kämpfen in den US-Innenstädten (sowohl gesellschaftlich als auch physisch) abgrenzen wollen. So wie sich die Welt verändert hat, hat sich auch Los Angeles verändert. Und doch hat sich Los Angeles in anderer Hinsicht nicht sonderlich verändert. Die Stadt ist immer noch auf den Autoverkehr ausgerichtet, und die vielen schönen Plätze in Downtown L.A. werden fast nie von den Menschen aufgesucht, die dort leben oder arbeiten – stattdessen werden sie zu Treffpunkten für Gruppen deutscher Touristen oder, in unserem Fall, für deutsche Journalisten. Dank des großartigen RIAS-Alumni-Programms verließ ich Los Angeles inmitten der Kultur und Energie der Stadt und habe noch immer die faszinierenden Gespräche mit Geschäftsleuten, Journalisten und Politikern im Kopf. Trotz der Unzulänglichkeiten von L.A. (die von den meisten Bewohnern häufig eingeräumt werden), kann man nicht anders, als die Stadt mit dem Gefühl zu verlassen, dass der Widerhall des amerikanischen Traums noch immer lebendig ist und irgendwie alles möglich ist. Obwohl dieses Gefühl auch mit RIAS zu tun haben könnte.

Dania Maria Hohn, Hamburg

Bis vor zwei Jahren war ich noch nie in den USA. RIAS hat es möglich gemacht. Und RIAS hat es wieder getan. Mein zweites erstes Mal in den USA. Mit dem außergewöhnlichen Alumni-Programm in Los Angeles – eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Ich habe Menschen getroffen, die ich sonst nie kennengelernt hätte (von Bürgermeistern über Moderatoren bis hin zu meinen wunderbaren alumni-KollegInnen). Habe Orte gesehen, an die ich nie gedacht hätte, sie zu besuchen (von Skid Row, beim Clippers Game oder auf Sendung bei KTLA im Studio). Und lernte die Komplexität und Herausforderungen („oder Chancen“) von der Gegend kennen, die bislang nur aus Filmen und Serien kannte. Schon der erste RIAS-Tag hat mir gezeigt, welchen enormen Wert das Alumni-Programm bietet. Wir fuhren zur Skid Row, einer der gefährlichsten Straßen der USA. Wo Rev. Andy Bales gegen Obdachlosigkeit und Drogenmissbrauch kämpft. Ein fast aussichtsloser Kampf. Als wir nach Downtown fuhren, sahen wir die mit Zelten bedeckten Straßen. Dort tragen wir Unternehmer zum Mittagessen im exklusiven Jonathan Club. Zwei Termine hintereinander. Zwei Realitäten. Eine Stadt. Hollywood leidet. „Der Lack ist ab“, hören wir aus Insiderkreisen. Aber, wenn man genau hinschaut, ist er noch da. Fast überall versteckt. Vom Beverly Hills Hotel bis zu den Dächern über Los Angeles. Oder am Strand von Venice Beach, umgeben von tollen Menschen, mit einem Margarita in der Hand. Ich bin so dankbar, ein RIAS-alumni zu sein.

Friedrich Steffes-lay, Berlin

Dass die Vereinigten Staaten von Amerika ein Land der Extreme sind, ist bekannt. Doch kein Zeitungsbericht, kein Podcast und keine TV-Doku kann einem das so erklären wie die persönliche Erfahrung vor Ort. Dank RIAS sprachen wir mit dem Bürgermeister von Beverly Hills, eingekreist von den Flagship-Stores von Louis Vuitton & Co. Und sahen das Elend von Skid Row, wo Obdachlose und Junkies von der Stadt ignoriert in Zeltstädten hausen. Wir sprachen mit dem demokratischen Königsmacher Garry South und dem republikanischen Trump-Ultra Richard Grenell. Dass mir das nur ein Jahr nach dem tollen Studentenprogramm mit dem Alumni-Programm ermöglicht wurde, bedeutet mir viel und war sehr wertvoll für meinen journalistischen Horizont. Und um den Spirit weiterzuleben, flogen RIAS-Alumni Florian Sädler und ich danach direkt von Los Angeles nach Kentucky, um uns gleich in den nächsten Gegensatz zu stürzen.

Simone de Manso, Brüssel, NATO Press Officer

Dank der Bemühungen unserer RIAS-Freunde und der Gastfreundschaft unserer Gastgeber in Los Angeles verging die Zeit in dieser aufregenden Woche wie im Flug. „Wir sind nicht L.A.“, hörten wir von Beamten des Rathauses in unserer vorübergehenden Heimat Beverly Hills, die gerne betonten, wie glücklich wir uns schätzen konnten, dort zu sein.  Wie der Bürgermeister erklärte, ist Beverly Hills ein wichtiges Ziel für Luxusreisen, und die geplante Eröffnung einer U-Bahn-Station dort wird den Zugang von Personen, die das Netz von LA durchqueren, verbessern und die Grenzen durchlässiger“ machen, was wahrscheinlich zu Veränderungen führen wird. Bislang ist Beverly Hills fast das einzige Viertel im Großraum LA, das von „unhoused communities“ ausgenommen ist. Die Bevölkerung altert, und man bemüht sich, junge Investoren anzuziehen, doch ein Haupthindernis ist der erschwingliche Wohnraum, der auch anderswo eine Herausforderung darstellt. Das Wohnungsproblem in L.A. ist von der Innenstadt bis zu den Seitenstraßen in Santa Monica sichtbar, wo die Menschen in Zelten auf den Bürgersteigen leben. Als Teil der vielfältigen Medienlandschaft von LA konkurrieren die Sender auch auf Spanisch miteinander, das für 20 % der Bevölkerung der Stadt die erste Sprache ist. Wir erfuhren mehr über dieses große Publikum, als wir die Moderatorin des Programms von KMEX Univision, die von 5 bis 7 Uhr morgens sendet, kennenlernten, die uns freundlicherweise am Morgen nach einer ganzen Nacht Arbeit empfing. Im Laufe der Woche wurden wir auch in den Fernsehstudios von KTLA und KABC, zwei führenden Sendern in LA, herzlich empfangen. KTLA befindet sich direkt neben den Sunset Bronson-Studios. Wo sich einst eine Filmkulisse mit Pferden für die Produktion von Cowboy-Sagen befand, befindet sich heute ein gepflegter Parkplatz mit blauen Blumensträuchern. Gleich am Eingang sah eine Streikpostenkette mit streikenden Schauspielern, die passende T-Shirts trugen, eher nach einer Party als nach einem Protest aus. Dabei dauerte der Streik der Schauspieler schon sehr lange an. Steigende Kosten in L.A. treiben die Filmproduktion in andere Städte, während neue Technologien als Bedrohung für die Einkommen von Schauspielern und Filmschaffenden wahrgenommen werden. In Silicon Beach blühen die neuen Technologien, und die Stadt erfindet sich neu. In Santa Monica besuchten wir DNE, ein Start-up-Unternehmen, das immersive Content-Technologie für die Filmindustrie entwickelt. Dies war unsere erste Erfahrung mit der so genannten „erweiterten Realität“ und fühlte sich an wie ein Schritt in eine nicht allzu ferne Zukunft. Die globale Medienlandschaft verändert sich rasant, und L.A. ist dabei ganz vorne mit dabei. Die Berichterstattung über Prominente war jahrzehntelang ein Hauptschwerpunkt der Journalisten in Los Angeles. Mit dem Aufkommen von Online-Influencern müssen Prominente jedoch keine Fernsehinterviews mehr geben, um ihre Filme oder Shows zu bewerben. Sie können sich direkt online an die Öffentlichkeit wenden und haben dabei die volle Kontrolle über ihr Image, bis hin zu den Objektiven, mit denen sie fotografiert werden. Wie wir von einem langjährigen unabhängigen Fernsehproduzenten gehört haben, ist die Zeit der Prominenten im Fernsehen vorbei. Die Gesamtzuschauerzahl im Fernsehen sinkt weiter und TV-Streaming scheint die einzige Möglichkeit zu sein, junge Zuschauer bei der Stange zu halten. Dank des RIAS-Netzwerks hatten wir auch ein aufschlussreiches Gespräch mit einem hochrangigen Diplomaten aus der ehemaligen US-Regierung und einen anregenden Austausch mit einem Professor, dessen Website mit „Dan Schnur Helps You Make Sense of a Confusing Political World“ beginnt. Ihm zufolge sind die Menschen heute im Allgemeinen entfremdet, geopolitisch verängstigt und erschöpft, und die Polarisierung in den Vereinigten Staaten ist nur ein Symptom dafür. Wir besuchten den historischen Jonathan Club in Downtown LA und das Wende Museum in Culver City, das dem Kalten Krieg gewidmet ist; das Art-Deco-Hollywood-Museum, in dem Max Factor Marilyn Monroe in eine ikonische Blondine verwandelte, die Villa Aurora, in der Lion Feuchtwanger über ein Jahrzehnt lebte, und das Haus von Thomas Mann in Pacific Palisades, beides heute Veranstaltungsorte für Stipendienprogramme für Künstler und Wissenschaftler. Es war eine Woche, in der ich das große Vergnügen hatte, andere Alumni und amerikanische Gastgeber zu treffen, mit denen ich in Kontakt bleiben möchte, und die mir neue Einblicke in die Medienbranche und spannende Fragen über das, was noch kommen wird, brachte.  Vielen Dank an RIAS!

Anna-Maria Schuck, Mainz

Los Angeles, die Stadt der Stars, der großen Hoffnungen – und der zerplatzten Träume. Für mich ist Los Angeles genau das: eine Stadt der Gegensätze, in der sich wie in einem Kaleidoskop die Vielstimmigkeit dieser so ungleichen US-amerikanischen Gesellschaft spiegelt. Schillernd schön und knallhart heruntergekommen. Diese Widersprüchlichkeit bei so vielen unterschiedlichen Begegnungen zwischen Beverly Hills und Skid Row in kürzester Zeit hautnah erleben zu dürfen, ist ein echtes Privileg. Vielen Dank an RIAS, vielen Dank an eine wunderbare Gruppe. Eine Woche in La La Land war eine fantastische Erfahrung und ein echtes Privileg

Wiebke Keuneke, Berlin

Los Angeles hat alles, was das Herz begehrt: Sonne, Strand, Meer, Stars, große Villen und einen lässigen Vibe. Besonders am ersten Tag haben wir den Kontrast zwischen Reichtum und Armut innerhalb kürzester Zeit erlebt. Wir starten in der Skid Row, wo tausende obdachlose und leider sehr oft auch drogenabhängige Menschen auf der Straße leben. Investoren bauen hier übrigens weiterhin Wohnungen, nur, dass niemand hierhin ziehen möchte, weil es ihnen viel zu gefährlich ist. Für die Obdachlosen sind diese Luxusapartments natürlich viel zu teuer. Was passiert also? Die obdachlosen Menschen campieren mit ihren Zelten auf den Bürgersteigen vor den leerstehenden Wohnungen… Das ist schwer nachzuvollziehen, ähnlich wie der darauffolgende Termin im Jonathan Club, der nur knappe zwei Kilometer von der Skid Row entfernt ist und deren einmalige Aufnahmegebühr 85.000 Dollar beträgt. Kurzum: Los Angeles hat alles – nur nicht für jeden.

Elena Kuch, Hamburg/Berlin

Los Angeles ist eine dieser Städte, von denen man das Gefühl hat, dass man sie sehr gut kennt. So viele ikonische Orte: Die Palmen am Straßenrand der Boulevards, ein Pool von David Hockney bemalt, die Hollywood Hills oder einfach nur ein Hot Dog Stand, der schon in vielen Filmen zu sehen war. Durch den kulturellen Einfluss sind mir die USA nah. Doch jedes Mal, wenn ich dann da bin, merke ich, dass ich mich eigentlich gar nicht so gut auskenne. Dank des RIAS Netzwerks sind uns einige Türen geöffnet worden: Wir haben einen echten Beverly Hills Cop getroffen. Wir haben gelernt, dass die Bevölkerung von Beverly Hills sehr alt geworden ist, und dass diese Stadt der Autos offenbar noch keine echte Idee für eine Verkehrswende hat. Und Hollywood? „Der Lack ist ab“, sagte einer unserer Gesprächsgäste. Auch die Türen der Universal Studios wurden für uns geöffnet. Doch drinnen: Stillstand wegen des Actor Strikes. Und bei den TV und Radio Stationen ähnliche Verunsicherung wie in unseren Redaktionen, weil immer weniger Menschen Broadcast Medien konsumieren. NBC lädt die eigenen Nachrichtensendungen bei YouTube hoch, bei NPR überlegt man, ob die Zukunft doch wieder eher im Linearen liegt, weil die Podcasts so viel Konkurrenz bekommen haben. Währenddessen machen sie aber weiter exzellenten Journalismus. Weil Kalifornien auch bekannt dafür ist, Trendsetter zu sein, bin ich zuversichtlich, dass hier bald wieder große Ideen für die Zukunft geschmiedet werden: Für den Journalismus, die Stadt und die Filmbranche. Vielen Dank an die RIAS Berlin Commission und alle Alumni für diese Reise und die Einblicke!

Vladimir Balzer, Berlin

Was für ein Erlebnis! Eine unvergessliche Woche in einer der aufregendsten Städte der USA – Los Angeles. Nun, vielleicht mehr als eine Stadt, eine urbane Landschaft mit Hunderten von Themen, die es zu behandeln gilt. Wir haben uns auf einige davon konzentriert, zum Beispiel auf die Obdachlosenkrise, die die soziale Kluft immer noch sichtbar macht, und auf die Schwierigkeiten, sie zu verringern. Aber wie immer in den USA, wenn es ein Problem gibt, gibt es auch einen gemeinsamen Sinn für zivile Aktivitäten, um es anzugehen. Der Besuch bei der Union Rescue Mission in der problematischen Skid Row war beeindruckend – zu sehen, dass es Hilfe gibt, auch wenn es noch keine Lösung für das Problem selbst gibt. Beeindruckend bei dieser inspirierenden Alumni-Reise war auch das kontroverse Gespräch mit dem ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, Rick Grenell, der uns Journalisten aus unserer Komfortzone herausholte. Nicht zu vergessen der wunderbare Austausch mit so vielen talentierten Kollegen in verschiedenen Nachrichtenredaktionen im Raum L.A. – die meisten von ihnen waren Rias-Stipendiaten und sind nun stolze Alumni. Das zeigt: Der Geist von RIAS lebt weiter und bringt Journalisten über viele Jahre hinweg zusammen. Vielen Dank also an die Rias-Kommission und an dieses wunderbare Netzwerk von Rias-Stipendiaten!

Susanne Papawassiliu, Berlin

Was für eine Woche. Wer in Beverly Hills weiß schon, dass es eine direkte Busverbindung ins beschämendste Elendsviertel der Stadt gibt? Nur gut eine Stunde entfernt: Skid Row. Hier leben, oder vegetieren rund 15000. (!) Menschen, die letztlich aufgegeben wurden. Gäbe es nicht Institutionen wie die Union Rescue Mission. Unser erster Programmpunkt hat auf  unnachahmliche Weise die Extreme verdeutlicht, die Los Angeles auch ausmachen. Und motiviert. Es gibt Menschen, denen das nicht egal ist. Ein starker Start in diese Woche, die uns nahegebracht hat, dass „low budget“ niemals ein Werbeslogan für Beverly Hills sein wird, diese Insel des gediegenen Wohlstands. Wir navigieren uns von dort  mit Bussen und U bahn zu Terminen, die eine riesige Bandbreite dieser schwer zu fassenden Stadt präsentieren. Fernsehsender, die den  Latinos „News you can use“ präsentieren, good old Hollywood im Museum und feinste deutsche Förderprogramme für Künstlerinnen und Künstler in atemberaubender Kulisse. Wir diskutieren(oder streiten?) mit einem republikanischen Hardliner. Wir singen Karaoke in Koreatown. Wir mingeln, suchen nach dem perfekten Spot für ein Foto mit dem Hollywood Sign, schließen Freundschaften und knüpfen weiter an diesem tollen Netz der RIAS Fellows. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus den USA haben viel für uns möglich gemacht und vielleicht haben wir ihnen die Scheu vorm Busfahren genommen.

Erik Kirschbaum

Was für eine unvergessliche Woche in Los Angeles mit den Alumni der RIAS Berlin Kommission und unseren inspirierenden Gastrednern war das.  Wir haben Teile der Stadt gesehen, die wir in unserer eigenen Stadt niemals hätten entdecken können. Wir haben voneinander und über uns selbst gelernt. Wir haben neue Freundschaften geschlossen. Wir alle haben uns mit RIAS und insbesondere mit unseren amerikanischen RIAS-Alumni-Kollegen verbunden oder wiederverbunden. Und wir sind alle ein bisschen amerikanischer geworden, zumindest für diese Woche, während wir uns in dieser ausgedehnten Metropole bewegten. Wir danken all unseren großartigen Rednern wie dem ehemaligen Gouverneur Pete Wilson, der KMEX-Moderatorin Gabriela Teissier, dem KABC-Wirtschaftsredakteur Frank Mottek, dem ehemaligen Botschafter Richard Grenell, der Generalkonsulin Andrea Sasse, Bürgermeister Julian Gold, dem KABC-Moderator David Ono, dem Trainer der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft Jürgen Klinsmann, dem Direktor der Union Mission Andy Bales und Johannes Massner vom Jonathan Club sowie vielen anderen für ihren Enthusiasmus und dafür, dass sie sich Zeit für den RIAS genommen haben. Wir alle haben einen unstillbaren Appetit zu lernen.  Ich kann euch allen gar nicht genug dafür danken, dass ihr diese Woche in LA mit mir gemeinsam unterwegs waren.